
Ganze zwei Konzerte gibt Madonna in Deutschland. Und wir waren dabei 
Natürlich verspätete sich Madonna. Ich meine - Hallo? Sie ist eine Frau! UND Madonna! Ich mein, wenn DAS keine Entschuldigung ist. Um 17 Uhr 30 sollte Einlass sein. Als wir gegen 17:45 Uhr an der Halle ankamen, war allerdings noch überhauüt keine Bewegung in der Schlange zu sehen. Also mal nen Security-Mann gefragt, der da so gelangweilt in der Gegend rumlief. Ja, hier wäre die Schlange für den Innenraum. Ob es noch mehr Eingänge geben würde, wisse er nicht. Er hätte gehört, rechtsrum an der Straße entlang würde man zu einem anderen Eingang kommen. Aber genau wüsste er es halt nicht. Na da hab ich ja echt voll Vertrauen in die Security, wenn die noch nicht einmal annähernd die örtlichen Gegebenheiten kennt.
Da wir keine große Lust hatten uns in der 3Km langen Schlange anzustellen und ja auch noch reichlich Zeit war, entschlossen wir uns, uns mal auf die Suche nach den restlichen Eingängen zu machen. Da das Gelände um die Halle herum recht groß ist, bedeutete das einen längeren Fußmarsch. Natürlich fing es auf dem Weg dann auch noch schön an zu regnen. Nach dem Großen Bogen um die Halle kamen wir also an die 2. Flanke der Halle, wo auch wieder eine bewegungslose Schlange war. Da der Regen auch nicht aufhören wollte, gingen wir also weiter. Und siehe da - auf der gegenüberliegenden Seite war auch ein Eingang. Und sogar überdacht! Juhu! Und mit einer dreiviertel Stunde Verspätung wurden dann, von Applaus begeleitet, auch endlich um 18:15 Uhr die Eingänge geöffnet.
Das Erste was mir so auffiel, war das ziemlich andere Publikum im Vergleich zum Robbie Williams Konzert in München vor ein paar Wochen. Vor dem Eingang hatten wir ja schon genug Gelegenheit die anderen Besucher zu beobachten. Meine Güte, was gibt es für Gestalten! Ich würde mal schätzen, das Publikum bestand aus 50% Normalos. Die andere Hälfte teilen sich jede Menge Gays, Gays die es noch werden wollen, Gays gefangen im Körper eines Normalos und selbstdarstellungssüchtige Typen und Frauen. Und Leute mit Sitzplatzkarten, die anscheinend ein Madonna Konzert mit einem Kammerkonzert verwechselt haben und unbedingt freie Sicht von ihrer sitzenden Position hinter einem tanzenden Gast Fan in der Reihe davor durchsetzen wollten. Meine Güte! Was für Spießer! Ok - ich habe auch einen Bausparvertrag. Aber haben die VOR dem Konzert jemals Madonna gehört? Oder einen Konzertausschnitt gesehen? Die machten mir eher den Eindruck von “Wer ist Madonna? Egal. Ich kann mir die Karte leisten, dann gehe ich auch hin.”
Drei Stunden und eine La Ola Welle später war es dann Soweit. Das Konzert begann. Alles in Allem kann man sagen: Eine sehr perfekte Show. Absolut professionell gemacht. Von allen Beteiligten. Das kann man wirklich nicht anders sagen. Aber trotzdem fehlte mir etwas. Der Funke. Der Funke, der vom Künstler zum Publikum überspringen sollte. Natürlich waren alle begeistert und kreischten und klatschten. Bis auf den Sitzplatzkarten-Spezi. Aber dieses gewisse Etwas kam nicht rüber. Jedenfalls nicht für meinen Teil. Ich denke dafür ist diese Show einfach viel zu perfekt. Und Madonna zu sehr in ihrer Rolle in diesem Gesamtkonzept eingebunden, als dass Platz für kleine Spielereien mit dem Publikum wäre.
Trotzdem hat es sich natürlich gelohnt. Auch wenn die Karten saumäßig überteuert sind. So eine Show sollte man mal gesehen haben. Stehend. Mit Sitzplatzkarte.